Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt
Wirtschaft und Verteidigung in Berlin
Berlin () – Das Bundesverteidigungsministerium befürchtet Störungen der Luftraumüberwachung durch Windräder und pocht angesichts der aktuellen Bedrohungslage auf ein Mitspracherecht für die Bundeswehr beim Bau neuer Anlagen.
Windkraftanlagen im Erfassungsbereich eines Luftverteidigungsradars (LVR) könnten die ausgesandten Radarwellen reflektieren und so Störungen verursachen, sagte eine Sprecherin des Verteidigungsministeriums den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben). „Dadurch entstehen `Fehlechos`, die die Erkennung von Flugzielen in einem Bereich hinter dem Bauwerk verhindern.“
Die „uneingeschränkte Funktionsfähigkeit der LVR“ sei damit „sowohl für die Flugsicherheit als auch für die Luftverteidigungsfähigkeit essentiell“ und müsse „gerade in der aktuellen Bedrohungslage (Zunahme der Bedrohung durch Drohnen / Luftraumverletzung in Europäischen Staaten) vollumfänglich sichergestellt werden“, erklärte sie weiter. Dies könne mit der bisherigen Rechtslage „nicht gewährleistet“ werden.
Im Zuge der Neufassung des Bundeswehrbeschaffungsbeschleunigungsgesetzes will das Ministerium daher festschreiben, dass beim Bau von neuen Windkraftanlagen künftig das Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr entscheiden soll, ob diese zulässig sind. „Die geplante Gesetzesänderung ist erforderlich, um ernsthafte Auswirkungen auf die Funktion der LVR und damit für die Luftsicherheit und Verteidigungsfähigkeit zu verhindern“, erklärte die Ministeriumssprecherin.
Die Windkraftbranche befürchtet, dass die Neuregelung den Bau neuer Anlagen ausbremst. „Der Entwurf hat das Potenzial, massive Verunsicherung auszulösen“, sagte der Geschäftsführer des Bundesverbands Windenergie, Wolffram Axthelm, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochausgaben). „Bei Inkrafttreten des Gesetzentwurfes wird etwa ein Drittel des Bundesgebiets unter einen Prüfvorbehalt gestellt. Das bringt die Regionalplanung aus dem Tritt und kann die vor Ort erfolgreiche Flächenausweisung massiv aufhalten.“
Die Verteidigungs- und Energieexperten von Union und SPD suchen gemeinsam mit dem Verteidigungsministerium nach einem Kompromiss. Die energiepolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Nina Scheer, wirbt dafür, die Warnungen der Windenergiebranche zu berücksichtigen. „Es gilt, die Energiewende, den Umstieg auf Erneuerbare Energien, als Sicherheitsfrage anzuerkennen“, sagte Scheer den Zeitungen. „Und im Kontext von Verteidigungsfähigkeit gehört auch unsere Energiegewinnung zum Schutzgut.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Windrad-Bau (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- Bundesverteidigungsministerium befürchtet Störungen der Luftraumüberwachung durch Windräder.
- Neue Windkraftanlagen sollen künftig vom Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr genehmigt werden.
- Windkraftbranche sieht Gesetzesänderung als Bedrohung für den Bau neuer Anlagen und Regionalplanung.
Warum ist das wichtig?
- Störungen der Luftraumüberwachung könnten die Flugsicherheit gefährden.
- Gesetzliche Mitspracherechte für die Bundeswehr sollen Luftverteidigungsfähigkeit sicherstellen.
- Balance zwischen Windkraftentwicklung und nationaler Sicherheit ist erforderlich.
Wer ist betroffen?
- Bundesverteidigungsministerium
- Windkraftbranche
- Bundesamt für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr
Zahlen/Fakten?
- Luftraumüberwachung durch Windräder kann gestört werden.
- Ein Drittel des Bundesgebiets könnte unter Prüfvorbehalt für neue Windkraftanlagen fallen.
Wie geht’s weiter?
- Festlegung der Mitbestimmung der Bundeswehr beim Bau neuer Windkraftanlagen
- Suche nach einem Kompromiss zwischen Verteidigungsministerium und Windkraftbranche
- Berücksichtigung der Warnungen der Windenergiebranche in der Gesetzgebung
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