Forscher finden Hinweis auf Treibhausgas-Leck in Süddeutschland

3. Dezember 2025
1 min Lesezeit

Forscher finden Hinweis auf Treibhausgas-Leck in Süddeutschland

Vermischtes - Was ist passiert – was dahinter steckt

Umweltbelastung in Baden-Württemberg durch SF6

() – Aus einer Fabrik in entweicht offenbar tonnenweise klimaschädliches Schwefelhexafluorid (SF6) – viel mehr, als offiziell bekannt war. Wie der „Spiegel“ und das ZDF berichten, gehen Atmosphärenforscher der Universität Frankfurt davon aus, dass die Chemiefabrik eines Großkonzerns in dem Kurort Bad Wimpfen für die Emissionen verantwortlich ist.

SF6 zählt zu den klimaschädlichsten Stoffen, die die Menschheit jemals hergestellt hat. Das Gas hat keine Farbe und keinen Geruch, es ist ungiftig für Menschen, doch ein einziges Kilogramm heizt die Atmosphäre im Verlauf von hundert Jahren ungefähr so stark auf wie 24 Tonnen Kohlenstoffdioxid (CO2).

Der betroffene Konzern meldete für den Standort Bad Wimpfen 2023 einen Ausstoß von 56 Kilogramm SF6. Das ist womöglich deutlich untertrieben. Rund 30 Tonnen SF6 im Jahr ermittelten die Frankfurter Atmosphärenwissenschaftler für Südwestdeutschland im Durchschnitt der Jahre 2020 bis 2023. Das entspricht 729.000 Tonnen CO2, etwa so viel wie die Jahresemissionen von mehr als 250.000 Sportwagen mit Verbrennermotor oder dem innerdeutschen Flugverkehr. Sollte dieser Wert stimmen, ginge ein bedeutender Teil aller deutschen SF6-Emissionen auf die Firma in Bad Wimpfen zurück.

Der Konzern erklärte auf Anfrage der beiden Medien, „alle notwendigen, wissenschaftlich fundierten Maßnahmen“ seien ergriffen worden, „um die Situation zu bewerten und kontinuierlich zu überwachen“. Wie viel klimaschädliches SF6 nach Einschätzung der Firma bislang ausgetreten ist, bleibt unklar.

Die Frankfurter Forscher hatten 2023 die Behörden informiert, dass im Landkreis offenbar unverhältnismäßig viel SF6 austritt. Es gab mehrere Sitzungen – mit den hessischen und baden-württembergischen Umweltministerien, den Forschern, auch mit dem Unternehmen.

Das von der Grünen-Politikerin Thekla Walker geleitete baden-württembergische Umweltministerium erklärte auf Anfrage der beiden Medien, die Frankfurter Studie sei zwar bekannt, aber „nicht geeignet, anlagenscharf den Nachweis über die Verursachung der Emissionen zu führen“.

Das Ministerium hält es offenbar nicht für erwiesen, dass das SF6-Gas aus dem Werk stammt. Die Firma sei zwar der „einzige Hersteller von Schwefelhexafluorid in Europa“, erklärte das Ministerium zunächst auf Anfrage. Es gebe daneben aber noch eine „Vielzahl von Verwendern von Schwefelhexafluorid im Regierungsbezirk „, etwa Energieversorger und Kraftwerke. Soll heißen: Die hohen SF6-Werte könnten auch von woanders stammen als aus der Fabrik am Neckar. Auf Nachfrage musste das Ministerium dann jedoch zugeben, dass diese Alternativen „als Quelle ausgeschlossen werden“ konnten.

Indes strömt wohl noch immer Gas. „Wir sehen weiterhin eine auffällig hohe Verschmutzung durch SF6“, sagte der Atmosphärenforscher Andreas Engel.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Blauer Himmel mit Wolken (Archiv)

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Was ist passiert?

  • Aus einer Fabrik in Baden-Württemberg entwichen tonnenweise klimaschädliches Schwefelhexafluorid (SF6).
  • Atmosphärenforscher ermittelten für Südwestdeutschland einen Ausstoß von rund 30 Tonnen SF6 pro Jahr.
  • Es bleibt unklar, wie viel SF6 tatsächlich aus der Fabrik entweicht.

Warum ist das wichtig?

  • Hohe Emissionen von klimaschädlichem SF6 aus einer Chemiefabrik in Baden-Württemberg gefährden die Umwelt.
  • SF6 ist extrem potentes Treibhausgas, das die Erderwärmung stark verstärkt.
  • Mangelnde Transparenz über tatsächliche Emissionen und Verantwortung der Firma könnte zu unzureichenden Maßnahmen zur Verringerung der Umweltbelastung führen.

Wer ist betroffen?

  • Chemiefabrik in Bad Wimpfen
  • Großkonzern, der SF6 produziert
  • Behörden und Umweltministerien in Baden-Württemberg und Hessen

Zahlen/Fakten?

  • 2023 meldete der betroffene Konzern einen Ausstoß von 56 kg SF6.
  • Frankfurter Atmosphärenwissenschaftler ermittelten rund 30 Tonnen SF6 im Jahr 2020-2023, was 729.000 Tonnen CO2 entspricht.
  • Diese Emissionen könnten einem Anstieg von mehr als 250.000 Sportwagen-Emissionen oder dem innerdeutschen Flugverkehr entsprechen.

Wie geht’s weiter?

  • Fortlaufende Überwachung der Emissionen durch den Konzern
  • Weitere Untersuchungen durch Umweltbehörden
  • Mögliche Maßnahmen zur Reduzierung der Emissionen in Planung
Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH

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