Politik - Was ist passiert – was dahinter steckt
Politik: Rentenstreit zwischen SPD und Union in Berlin
Berlin () – SPD-Fraktionschef Matthias Miersch legt die Latte im Rentenstreit mit der Union noch höher. Er beharrt auf dem vom Kabinett beschlossenen Gesetzentwurf unter Verweis auf den SPD-Mitgliederentscheid.
„Für den Kompromiss, die Haltelinie bis 2031 zu verlängern, haben wir politische Preise gezahlt. Die Renteneinigung war auch Teil des Mitgliederentscheids – und wir haben dabei gegenüber den Mitgliedern klar benannt, was wir durchgesetzt haben. Dahinter können wir nicht zurück“, sagte Miersch den Zeitungen der Mediengruppe Bayern.
Miersch ergänzte, dass der jetzige Kompromiss in den Koalitionsverhandlungen besprochen worden sei. „Nach langem Ringen haben wir uns auf eine Verlängerung der Haltelinie bis 2031 geeinigt – und auch darauf, dass sie nicht einfach anschließend wieder absackt, als hätte es nie einen Kompromiss gegeben.“
Generell warnt der SPD-Fraktionschef die Union davor, die Verlässlichkeit der Koalition zu gefährden. „Eine Koalition funktioniert nur, wenn wir uns aufeinander verlassen können. Da bin ich wieder bei der Rente. Hier liegt eine klare Vereinbarung vor. Es ist also die Frage: Wie viel Spielraum gibt man einer Gruppe, die sagt: Machen wir nicht mit. Wenn das einmal anfängt, dann kann das überall in jeder Fraktion aufbrechen. Und dann haben wir ein Grundproblem.“
Miersch sagte, dass das, was man an „Big Points“ im Koalitionsvertrag verhandelt habe, sehr sorgfältig zu behandeln sei. „Ansonsten fliegt uns die Verlässlichkeit um die Ohren.“ Miersch sieht Unionsfraktionschef Spahn (CDU) in der Pflicht, die Mehrheit zu gewährleisten. „Ich vertraue Jens Spahn, dass er am Gelingen dieser Koalition ein ebenso großes Interesse hat, wie ich. Am Ende zählt, dass wir im Parlament Mehrheiten organisieren – auf beiden Seiten.“
Generell kann sich Miersch vorstellen, bereits im nächsten Jahr eine große Reform anzugehen. „Wir brauchen umfassende Reformen. Die SPD will zukunftsfeste Sozialsysteme. Die Kommission soll die Zeit bekommen, die sie braucht. Ich schließe aber nicht aus, dass wir das auch im nächsten Jahr schon angehen“, sagte der SPD-Politiker. Dabei hält Miersch auch die Einbeziehung der Beamten in die Rentenversicherung für denkbar. „Die Einbeziehung der Beamten kann ein Ergebnis der Rentenkommission sein, die wir demnächst einsetzen. Und wenn das dann die Empfehlung ist, dann müssen wir uns das auch zutrauen.“ Der Kanzler hatte unlängst erklärt, Miersch wolle auch an der Rentenfestsetzung etwas ändern und sie an der Inflation auszurichten. Miersch weist dies zurück: „Ich weiß ehrlich gesagt nicht, auf welches Interview er sich da bezieht.“
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Abstimmung auf SPD-Parteitag (Archiv) |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist passiert?
- SPD-Fraktionschef Matthias Miersch beharrt auf dem Gesetzentwurf zur Rentenreform.
- Er warnt die Union vor der Gefährdung der Koalitionsverlässlichkeit.
- Miersch strebt umfassende Reformen an und schließt die Einbeziehung der Beamten in die Rentenversicherung nicht aus.
Warum ist das wichtig?
- Stärkung der Verlässlichkeit in der Koalition
- Langfristige Planungssicherheit für Renten bis 2031
- Notwendigkeit umfassender Reformen für zukunftsfeste Sozialsysteme
Wer ist betroffen?
- SPD-Mitglieder
- Union (CDU)
- Beamte
Zahlen/Fakten?
- Haltelinie der Renten bis 2031 verlängert
- Einbeziehung von Beamten in die Rentenversicherung denkbar
- Miersch sieht Bedarf für umfassende Reformen im nächsten Jahr
Wie geht’s weiter?
- Verhandlung über Rentenkompromiss fortsetzen
- Mögliche umfassende Reformen bereits im nächsten Jahr
- Einbeziehung der Beamten in Rentenversicherung prüfen
- Kretschmann nennt Nationalismus "gefährlichstes Gift der Moderne" - 1. April 2026
- Umfrage: Deutsche blicken gespalten auf "Künstliche Intelligenz" - 1. April 2026
- Infratest: Zwei Drittel halten eigene Steuerlast für zu hoch - 1. April 2026
